Ehrenamtspauschale: als gemeinnützige Einrichtung Sozialversicherungsbeiträge sparen

Der Gesetzgeber fördert ehrenamtliches Engagement, indem er bis zu bestimmten Grenzwerten für Aufwandsentschädigungen weder Sozialversicherungsbeiträge noch Steuern verlangt. Gemeinnützige Vereine können auf diese Weise Pauschalen zahlen, ohne dass sie zusätzliche Kosten an die Sozialversicherung abführen müssen.

Sozialversicherungsfreie Pauschalen für ehrenamtlich Tätige
Gewöhnlich fallen für sämtliche Lohnzahlungen Sozialversicherungsbeiträge an, auch wenn der Betrag niedrig ist. Für das Ehrenamt macht der Staat eine Ausnahme: Gemeinnützige Vereine, kirchliche und öffentlich-rechtliche Institutionen können eine sozialversicherungsfreie und steuerfreie Aufwandsentschädigung bis zur Höhe von 60 Euro im Monat zahlen. Für die Organisationen bedeutet das, dass sie den Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung sparen. Zugleich müssen sie diese Zahlung nicht offiziell anmelden, bürokratische Arbeit entfällt. Auch der ehrenamtlich Tätige muss keine Sozialversicherungsbeiträge abführen, Steuern muss er ebenfalls nicht entrichten. Das gilt aber nur für eine nebenberufliche Tätigkeit: Eine solche darf höchstens ein Drittel der Arbeitszeit einer Vollzeitstelle beanspruchen.

127-Fotolia_27500944_Subscription_XXL3.jpeg.mediumHöhere Freibeträge für Übungsleiter
Bei einem Übungsleiter zeigt sich der Staat noch deutlich großzügiger. Organisationen dürfen die gleiche Regelung anwenden, die Freigrenze liegt aber bei 200 Euro im Monat. Davon profitieren nicht nur Übungsleiter im engen Sinn, also etwa Trainer im Sportverein. Auch Chorleiter, Dozenten an einer Volkshochschule, Erzieher und andere kommen in den Genuss der Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit, sofern sie sich innerhalb einer anerkannten Institution engagieren. Den jeweils gültigen Rahmen für die Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale können Organisationen über das Jahr flexibel ausnutzen. Am Ende kommt es darauf an, ob sie die Grenzen nicht innerhalb von zwölf Monaten überschreiten. Für Trainer könnten sie beispielsweise ein halbes Jahr 100 Euro zahlen und im Anschluss 300 Euro. Sollten sie die Grenzen doch überschreiten, ist das kein Problem. Die Sozialversicherungsbeiträge müssen sie nur auf den Mehrbetrag entrichten, ebenso die ehrenamtlich Tätigen inklusive Steuern (weitere Informationen und Beratungen gibt es auf pro-votum.de).

Auch Kombinationen beider Pauschalen sind möglich
Für dieselbe Tätigkeit dürfen Verein und Helfer selbstverständlich nur eine Pauschale in Anspruch nehmen. Wenn sie die Kriterien erfüllen, wählen sie cleverer Weise die attraktivere Übungsleiterpauschale. Übt ein ehrenamtlich Engagierter dagegen zwei voneinander getrennte Jobs aus, lassen sich beide Pauschalen kombinieren. Möglich sind dabei etwa die Betreuung der Vereinshomepage und die Arbeit als Trainer. Zusammengenommen darf das aber nicht den Rahmen einer nebenberuflichen Tätigkeit sprengen.