Erfolgreiche Nationen brauchen eine starke Industrie

Im Ausland wurde die starke Industrie Deutschland bis vor kurzem noch belächelt. Viele Ökonomen waren der Ansicht, die Zukunft einer fortschrittlichen Wirtschaftsnation liege im Ausbau des Dienstleistungssektors. Doch auch sie erkennen langsam, dass die Dominanz des produzierenden Gewerbes eine Garantie dafür ist, dass sich die deutsche Wirtschaft schneller erholen wird, als viele Wirtschaftsexperten geglaubt haben. Burkhard Schwenker, Chef der Unternehmensberatung Roland Berger bestätigt diesen Trend: „Jahrelang wurden wir als Verlierer bezeichnet, weil der Anteil der Dienstleistungen und der Finanzwirtschaft so niedrig war. Jetzt nach der Krise wird das unser Vorteil.“

Die Verschmelzung von Industrie und Dienstleistung

Burkhard Schwenker ist davon überzeugt, dass sich die Stärke der deutschen Industrie jetzt auszahlen wird, da die Deutschen die Fähigkeit haben, Industrie und Dienstleistungen zu industriellen Lösungen miteinander zu verbinden. Viele Firmen haben inzwischen ein Portfolio aufgebaut, in dem nicht nur die Produkte, sondern auch die Wartung oder selbst die Finanzierung enthalten sind.

Auch Hans-Werner Sinn, der Präsident des Münchner Ifo-Instituts ist vom Industriestandort Deutschland angetan: „Wir können froh sein, dass wir unsere Industrie bewahrt haben. Das ist ein glühender Kern, um den sich alle scharen und an dem sich alle wärmen.“ Wären der Dienstleistungssektor und die Finanzbrache auf sich allein gestellt, könnten sie schwerlich überleben.

Der deutsche Mittelstand ist auf dem Weltmarkt führend

Laut Burkhard Schwenker investieren die deutschen Unternehmen deutlich mehr in Entwicklung und Forschung als in den vergangenen Jahren. Deshalb wird sich die deutsche Industrie in den kommenden Jahren erfolgreich gegen die internationale Konkurrenz behaupten können: „Unsere Beobachtung ist: Dienstleistungen entwickeln sich dort am besten, wo Nähe zur Industrie besteht. Und deswegen ist mir um Deutschlands Industrie überhaupt nicht bange.“

Die Industrie hat in Deutschland eine lange Tradition und hat seinen Aufstieg zu einer der stärksten Wirtschaftsnationen vor allem dem produzierenden Gewerbe zu verdanken. Die deutsche Industrie besteht nicht nur aus Industriegiganten, die weltweit ihre Geschäfte machen, sondern wird auch vor allem von einem industriellen Mittelstand getragen. Es gibt keine andere Nation auf der Welt, in dem so viele kleinere und mittlere Unternehmen existieren, die in ihrer Branche an der Spitze des Weltmarktes stehen.

Ein wichtiges Indiz für die Stärke einer Industrienation ist auch das Volumen der Exporte. Eine These der Volkswirtschaftslehre besagt, dass Handel immer dann besonders sinnvoll und vorteilhaft sei, wenn sich die jeweiligen Handelspartner besonders stark unterscheiden. Nur dann würden sich die Vorteile des Handelns voll auszahlen. Um auch in der Zukunft zu den führenden Wirtschaftsnationen der Welt zu zählen braucht Deutschland eine gesunde Industrie, die verstärkt in Forschung und Innovationen investiert.

Von Hans Klumbies

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