Jeremy Rifkin: „Die dritte industrielle Revolution“

Als einer der ersten prägte der amerikanische Soziologe Jeremy Rifkin den Begriff der „Dritten Industriellen Revolution“. Er war sich sicher, dass erneuerbare Energien, dezentral hergestellt und universell einsetzbar, zusammen mit dem Internet die Weltwirtschaft neu prägen werden.

Jeremy Rifkin sagt: „Der Zugang zu Energie wird ein unabdingbares soziales Recht.“ Wenn die Wirtschaft wieder wachsen soll, müssen ökologische Gesichtspunkte in den Vordergrund rücken. Für den Soziologen ist die Verteilung der Energie vor allem eine Machtfrage. Die Machtstrukturen werden sich verändern, wenn der Zugang zur Energie jedem offen steht.

Das grüne Denken ist in der Politik und in der Industrie angekommen

Es waren ebenfalls zwei neue Energieträger, die für die erste und die zweite industrielle Revolution verantwortlich zeichneten. Im 19. Jahrhundert waren dies die Kohle, im 20. Jahrhundert das Öl. Nicht nur Wissenschaftler wie Jeremy Rifkin denken grün, auch in der Politik wird der ökologische Gedanke inzwischen sehr ernst genommen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen von der CDU postuliert: „Wer Wachstum will, muss auf Klimaschutz setzen.“

ÖkostromSelbst bei der Industrie ist der Umweltschutzgedanke angekommen. Immer mehr Konzerne stellen Produkte her, die umweltfreundlich, wenn nicht sogar menschenfreundlich sein sollen. Ein immer wichtigeres Firmensegment ist beispielsweise bei Siemens die Umwelttechnologie. Unternehmen schließen sich zu ökologischen Großprojekten wie Desertec zur Stromgewinnung in der afrikanischen Wüste oder zu Seatec, um in der Nordsee Windkraftparks zu betreiben.

Umwelttechnologien und Umweltschutz werden für stärkeres Wachstum sorgen

Es ist die Krise in der Weltwirtschaft, die den industriellen Wandel vorantreibt. Die Regierungen und die Konzerne müssen verstärkt darüber nachdenken, wie sich in Zukunft Wirtschaftswachstum generieren soll. Die Berechnungen des European Climate Forum für Deutschland aus dem Jahr 2009 lauten: „Ein konsequenter Umbau der Produktionsstrukturen in Richtung Energie- und Ressourceneffizienz, Umwelttechnologien und Klimaschutz kann das durchschnittliche reale Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik im kommenden Jahrzehnt auf deutlich mehr als zwei Prozent pro Jahr erhöhen.“

Wenn die Wirtschaft nicht auf die Ökologie setzt und weiter wie bisher wirtschafte werde sich dagegen kaum mehr als ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent pro Jahr erreichen lassen. Für die Wissenschaftler ist es höchste Zeit, die Ökonomie und die Ökologie als ein Paar für eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft zu betrachten und nicht als feindliche Gegenspieler zu verteufeln. Die Politik hat dabei die Aufgabe, der Industrie Anreize für ihr grünes Engagement zur Verfügung zu stellen.

Beispielsweise beschloss die Europäische Union, dass neue Häuser ab 2021 nicht mehr Energie verbrauchen dürfen als sie erzeugen. Diese Standards sind bisher einmalig auf der Welt. Ein anderer Ansatz, um Energie zu sparen, ist die Dezentralisierung, da durch lange Wege unnötig Energie verschwendet wird. In der Zukunft werden deshalb Passivhäuser und mobile Arbeitsplätze das Leben der Menschen bereichern. Wohnen und Arbeiten wird wieder in kleinen Zentren stattfinden, die ihren Strom aus erneuerbaren Energien beziehen.

Von Hans Klumbies

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