Beim Ausstieg aus der Atomkraft winken satte Gewinne

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat ergeben, dass der Nutzen der Energiewende ihre Kosten übersteigt. Dass Deutschland beim Umstieg auf regenerative Energien eine Vorreiterrolle übernimmt, wird sich in barer Münze bezahlbar machen und zudem das Klima schützen. Die Autoren der Studie, Claudia Kemfert, Christian von Hirschhausen und Gert G. Wagner gehen davon aus, dass die Energiekosten bei einem raschen Umstieg dennoch tendenziell sinken werden. Denn ihrer Meinung nach, konnte Atomstrom nur deshalb so preiswert produziert werden, weil die deutsche Gesellschaft den größten Teil der wahren Kosten übernahm. Zudem wird der billig produzierte Atomstrom übrigens dem Verbraucher nicht günstig angeboten, da Deutschland im Vergleich mit dem europäischen Ausland mit die höchsten Strompreise hat.

058-Fotolia_41127170_Subscription_XXL.jpg15.jpeg.mediumDie Steuerzahler haften für die Risiken der Atomindustrie

Außerdem sind die durch Unfälle oder andere Gefahren entstehenden Schäden kaum versichert, so dass deren Kosten pauschal am Steuerzahler hängen bleiben. Das Autorenteam aus Berlin hat berechnet, dass selbst ein sofortiger Verzicht auf die ältesten Atomkraftwerke nur zu geringen Strompreissteigerungen führen würde. Die Berechnungen des DIW machen auch deutlich, dass bereits bis 2020 der Anteil an erneuerbaren Energien am Strommix verdoppelt werden könnte.

Es gibt in Deutschland genügend ungenutzte Flächen für die Nutzung von Windenergie an Land, Biomasse und Solarenergie. Langfristig sollen die regenerativen Energien den Atomstrom und fossile Brennstoffe in Deutschland ersetzen und zur Hauptenergiequelle werden. Damit relativieren sich laut Autorenteam auch die Kosten der Energiewende. Die Zunahme der erneuerbaren Energien wird ihrer Meinung nach dazu führen, dass Strom in vielen Stunden des Jahres wesentlich günstiger wird als heute und teilweise sogar fast zum Nulltarif angeboten werden kann.

Die Energiewende wird zu erheblichen Wohlfahrtsgewinnen führen

Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin, Christan von Hirschhausen, Forschungsprofessor und Gert G. Wagner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin haben festgestellt, dass bereits heute der so genannte Merit-Order-Effekt erheblich spürbar ist, mit dem Wind- und Sonnenenergie zu einer Senkung des Strompreises beitragen. Diese Effekte werden sich weiter verstärken und mittelfristig wird die Energiewende zu erheblichen gesellschaftlichen Wohlfahrtsgewinnen führen. Das Autorentrio hat auch herausgefunden, dass Deutschland im Falle eines raschen Ausstiegs aus der Atomenergie keineswegs zwangsläufig mehr Atomstrom aus dem Ausland importieren müsste.

Wenn Deutschland die Vorreiterrolle spielt und den Umstieg auf regenerative Stromerzeugung erfolgreich bewältigt, dann trägt das Land mit neu entwickelten Technologien dazu bei, dass andere Nationen rasch nachziehen können. Die deutsche Industrie würde so nicht unwesentlich dazu beitragen, die Welt zu Energiequellen zu führen, die nachhaltig, umweltfreundlich und der Gesundheit zuträglich sind. Die drei Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass die Industrie dabei sogar noch sehr gut verdienen würde. Es lohnt sich auf jeden Fall für Deutschland als Avantgarde beim Atomausstieg voranzuschreiten.

Von Hans Klumbies