Der Kapitalismus braucht Schutz vor den Kapitalisten

Raghuram Rajan hat sich eine kaum zu lösende Aufgabe vorgenommen: Er will den Kapitalismus vor den Kapitalisten retten. Und dennoch, wenn das einer schaffen könnte, dann er. Denn die Finanzkrise hat der Wirtschaftswissenschaftler so gut verstanden wie kaum ein anderer. Der Ökonom kümmert sich nicht um den Streit zwischen Keynesianismus und Neoklassik oder Monetarismus. Er hat eine eigenständige Theorie der Finanzkrise entwickelt. Zu den Faktoren, die zur weltweiten Wirtschaftskrise führten, zählt er gleichermaßen die Untaten der gierigen Manager, das Versagen der unfähigen Politiker und die Armut auf der Welt. „Der Kapitalismus braucht Schutz vor den Kapitalisten“ weiterlesen

Die Nebenwirkungen der Rettung des Euros

Der Princeton-Ökonom Jagdish Bhagwati, einer der besten Kenner der internationalen Wirtschafrt, macht sich, im Gegensatz zum Hedge-Fonds-Manager George Soros, über das Fortbestehen des Euros kaum Sorgen. Griechenland ist für ihn ein viel zu kleines Land, um die europäische Währung ernsthaft in Gefahr zu bringen. Selbst eine Pleite Griechenlands würde Europa keine großen Schmerzen verursachen. Außerdem glaubt Jagdish Bhagwati, dass die europäischen Politiker um jeden Preis alle Mitgliedsstaaten im Euro halten werden. Sie fürchten, wenn ein Land austritt, bekommt zuerst der Euro Schwierigkeiten und dann die ganze Europäische Union. „Die Nebenwirkungen der Rettung des Euros“ weiterlesen

Die Symbiose zwischen Staaten und Märkten

Lange Zeit funktionierte die Beziehung zwischen den Staaten und den Wirtschaftsmärkten hervorragend. Weil die Staaten Sozialpolitik gegen die Kälte der Märkte betreiben, sind sie auf das Geld der Finanzmärkte angewiesen. Doch die Weltwirtschaftskrise zeigt allzu deutlich, dass die heilige Allianz nicht mehr funktioniert. Da die Staaten ihren Bürgern immer mehr Wohltaten zur Verfügung stellen wollten, mussten sie für die öffentlichen Leistungen auch immer mehr Schulden aufnehmen. Das Geld für die Straßen, Schulen, Pensionen und Renten holt sich der Staat von den Finanzmärkten und privaten Anlegern, die Staatsanleihen kaufen, aber nicht von seinen Steuerzahlern. „Die Symbiose zwischen Staaten und Märkten“ weiterlesen

Erfolgreiche Nationen brauchen eine starke Industrie

Im Ausland wurde die starke Industrie Deutschland bis vor kurzem noch belächelt. Viele Ökonomen waren der Ansicht, die Zukunft einer fortschrittlichen Wirtschaftsnation liege im Ausbau des Dienstleistungssektors. Doch auch sie erkennen langsam, dass die Dominanz des produzierenden Gewerbes eine Garantie dafür ist, dass sich die deutsche Wirtschaft schneller erholen wird, als viele Wirtschaftsexperten geglaubt haben. Burkhard Schwenker, Chef der Unternehmensberatung Roland Berger bestätigt diesen Trend: „Jahrelang wurden wir als Verlierer bezeichnet, weil der Anteil der Dienstleistungen und der Finanzwirtschaft so niedrig war. Jetzt nach der Krise wird das unser Vorteil.“ „Erfolgreiche Nationen brauchen eine starke Industrie“ weiterlesen

Bülent Tulay: „Ohne Frieden gibt es keine Hoffnung“

Die Deutsch-Türkische Wirtschaftsvereinigung ruft in ihrer Weihnachtsbotschaft zu einem friedlichen Miteinander von Deutschen und Türken auf. Die Menschen aller Nationen leben in sehr schwierigen Zeiten, in denen sie mehr verunsichert sind, als dass sie an eine glückliche und friedliche Zukunft glauben. Deutschland und die Welt schließen ein extrem schwieriges Geschäftsjahr ab. Die Unternehmen mussten mit Exportrückgängen, Abschwungraten, Konkursen, staatlichen Marktunterstützungsprogrammen beziehungsweise Bürgschaften leben, deren Dimensionen sie sich vorher nicht einmal vorstellen konnten. Bülent Tulay, der 1. Vorsitzende der Vereinigung, setzt in diesen Zeiten der Krise ganz auf den Frieden zwischen den Menschen und Völkern. „Bülent Tulay: „Ohne Frieden gibt es keine Hoffnung““ weiterlesen

Joseph Schumpeter: „Jeder Krise folgt ein Aufschwung“

Der weltberühmte Ökonom Joseph Schumpeter hielt einen langen, dauerhaften Niedergang der Wirtschaft nicht für möglich. Den Zusammenbruch von Unternehmen in einer Wirtschaftskrise nannte er eine schöpferische Zerstörung, die Unternehmer selbst bezeichnete er als dynamisch. Seiner Meinung nach schaffen die Krisen des Kapitalismus nichts anderes als die Basis für einen neuen Aufschwung. Die Wirtschaftskrisen würden überwunden, weil innovative Unternehmer die Wirtschaft voranbringen. Der Ökonom vertrat die Meinung, dass sich vieles im Konjunkturverlauf selbst regeln würde – ohne Eingriffe des Staates, der Milliarden in Ausgabeprogramme investiert. Die Unternehmer würde eine Krise selbst in den Griff bekommen. Ihm gelingt es laut Joseph Schumpeter, neue Dinge zu produzieren oder bekannte Dinge neu zu entwickeln. „Joseph Schumpeter: „Jeder Krise folgt ein Aufschwung““ weiterlesen

Der Staat darf Opel nicht retten

Viele Bürger wollen, dass der Staat nicht nur Banken, sondern gezielt einzelne Unternehmen rettet, die durch die Weltwirtschaftskrise in existentielle Not geraten sind. Solche Rettungsaktionen für einzelne Firmen wie Opel sind aus volkswirtschaftlicher Betrachtungsweise strikt abzulehnen, weil der Staat die Wirtschaft nicht lenken kann. Wenn die deutsche Bundesregierung bestimmte Unternehmen mit Milliardenzuschüssen rettet, manipuliert sie den Markt und verringert den Wohlstand der Deutschen. „Der Staat darf Opel nicht retten“ weiterlesen

Ein Zahlungsausfall Griechenlands ist unvermeidlich

An einem Schuldenschnitt für Griechenland geht für den amerikanischen Ökonomen und Harvard-Professor Kenneth Rogoff kein Schritt vorbei. Er vertritt die Meinung, dass die Gläubiger von einem Euro Schulden maximal 40 Cent zurückerhalten werden. Er ist davon überzeugt, dass es einen dramatischen Zahlungsausfall geben wird, der unvermeidlich ist. Kenneth Rogoff sagt: „Ob Griechenland im Euro bleibt, ist eine politische Frage. Ich finde, Griechenland und auch Portugal hätten niemals in die Eurozone zugelassen werden sollen.“ Eine ebenso große Tragödie war es, die Slowakei und Estland in den Euroverbund aufzunehmen. Für Kenneth Rogoff sind das zwar wundervolle Länder, aber eben doch immer noch Schwellenländer. „Ein Zahlungsausfall Griechenlands ist unvermeidlich“ weiterlesen

Schwarzarbeit – Liechtenstein des kleinen Mannes

Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland gleichen ihre Einkommensverluste durch Schwarzarbeit aus. In der Reinigungsbranche, auf dem Bau und in der Pflege wird am meisten illegal gearbeitet. Die Steuermoral der Deutschen zerbröselt in den Zeiten der Wirtschaftskrise. Für das Institut der deutschen Wirtschaft hat die Schwarzarbeit in Deutschland aber nicht nur negative Folgen sondern auch positive Auswirkungen: Der private Konsum wird zusätzlich angekurbelt. „Schwarzarbeit – Liechtenstein des kleinen Mannes“ weiterlesen