Griechenland, Irland und Portugal sind praktisch pleite

Die europäische Währungsunion am Leben zu erhalten wird sehr teuer werden, denn Griechenland, Irland und wahrscheinlich auch sehr bald Portugal brauchen nicht nur einen Überbrückungskredit – sie sind in Wirklichkeit pleite. Einer wird die Schulden der Griechen, Irländer und Portugiesen bezahlen müssen: die Gläubiger oder die Bürger. Viele Anleger sind davon überzeugt, dass Griechenland und Irland in naher Zukunft ihre Schulden nicht mehr bezahlen werden können. Und sie hegen große Zweifel an der Fähigkeit Portugals, sich aus eigener Kraft aus seinem Schuldensumpf zu befreien. Viele Gläubiger haben inzwischen Angst um ihr Geld und verweigern deshalb Griechenland, Irland und Portugal neue Kredite.

WeisheitIrland hat seine Kreditwürdigkeit selbst zerstört

Vor allem in Griechenland ist die finanzielle Lage des Staates katastrophal. Der dortige Schuldenstand ist inzwischen zu solch einer gewaltigen Höhe angewachsen, dass selbst radikale Sparmaßnahmen ins Leere laufen. Die Schuldenlast nimmt noch immer ständig zu, weil sich die griechische Wirtschaft in einem desolaten Zustand befindet. Die Begleichung der Zinsen und die Tilgung alter Anleihen können nur noch mit neuen Krediten finanziert werden. Griechenland steht am Rand des Ruins.

Irland würde wesentlich besser dastehen als Griechenland, wenn sich die Regierung nicht darauf eingelassen hätte, für die Schulden der irischen Banken zu bürgen. Dies war eine fatale Fehlentscheidung. Um die Gläubiger der Banken zu retten, hat Irland seine eigene Kreditwürdigkeit zerstört. Das Haushaltsdefizit wuchs infolge der Bankenkrise auf ein Drittel der Wirtschaftsleistung Irlands an. Vermutlich muss die irische Regierung sogar noch weitere Milliarden ausgeben, um die irischen Sparkassen vor dem Untergang zu retten.

Die Gläubiger oder die Bürger werden die Schulden bezahlen müssen

Inzwischen muss auch Portugal knapp acht Prozent Zinsen für seine Staatsanleihen bezahlen, wenn es sich das Geld für zehn Jahre leihen will. Das heißt für das Land Alarmstufe rot. Denn Griechenland und Irland mussten unter den europäischen Rettungsschirm, wenige Wochen nachdem dort die Zinsen für Staatsanleihen ein ähnlich hohes Niveau erreicht hatten. Aber in der europäischen Politik hat sich immer noch nicht die Einsicht durchgesetzt, dass die drei Länder de facto bankrott sind.

Den deutschen Steuerzahlern wird eingeredet, der Rettungsschirm ist kostenlos und irgendwann würde das Geld sogar gut verzinst nach Deutschland zurückfließen. Aber wenn es am Ende doch zu einer Umschuldung kommt, entstehen für die Bundesbürger hohe Kosten. Sie müssen dann auch für die Verluste aufkommen, die von den Notenbanken mit den Staatsanleihen Griechenlands, Irlands und Portugal verursacht worden sind. Die drei Krisenländer sind schon heute finanziell am Ende. Die Schulden werden aber andere zahlen: die Gläubiger oder die Währungsgemeinschaft.

Von Hans Klumbies