Die Prizipien des Bevölkerungswachstums

Am Werk von Thomas Robert Malthus scheiden sich die Geister. Für Karl Marx war es nur ein schülerhaft oberflächliches Plagiat, während John Maynard Keynes der Auffassung war, wenn sich von Thomas Robert Malthus aus, anstelle von David Ricardo, der Hauptstamm der Ökonomie des 19. Jahrhunderts entwickelt hätte, die Welt heute weiser und reicher wäre. Thomas Robert Malthus wurde am 13. Februar 1766 geboren. Ab 1784 studierte er am Jesus College in Cambridge, wo er 1788 sein Examen mit Auszeichnung bestand. Anschließend arbeitete er zunächst als Hilfsgeistlicher in der Grafschaft Surrey, südwestlich von London.

An Essay of the Principle of Population

Berühmt wurde der junge Ökonom mit seiner Schrift „An Essay on the Principle of Population“, die 1798 erschien. In ihr beschrieb Thomas Robert Malthus, wie die Bevölkerung in geometrischer Progression, also wie 1, 2, 4, 8, 16 und so weiter wächst. Er fand heraus, dass sich die Einwohnerzahl bei ungebremster Vermehrung etwa alle 25 Jahre verdoppeln wird.

Die Nahrungsmittelproduktion werde überfordert und es werde Armut entstehen, da die neuen Menschen weder zu ernähren noch zu kleiden seien. Denn im Gegensatz zur Bevölkerung wachse die Nahrungsmittelproduktion nur in arithmetischer Progression, also wie 1, 2, 3, 4, 5, und so weiter.

BevölkerungswachstumDie Menschen sollen später heiraten und vorher enthalsam leben

Durch Hungerskatastrophen würde die Bevölkerung dadurch immer auf die Zahl reduziert, die die Lebensmittelproduktion ernähren könne. Dabei würde es vor allem die ärmeren Schichten der Bevölkerung treffen. Ab der zweiten Auflage seines Buchs ging Thomas Robert Malthus davon aus, dass sich die Hungersnot vermeiden lasse, wenn die Menschen dazu übergingen, später zu heiraten und vorher enthaltsam zu leben.

1805 wurde Thomas Robert Malthus Professor für Geschichte und Politische Ökonomie an der Akademie der Ostindischen Kompanie in Hertfordshire. Für das wichtigste ökonomische Problem hielt er die ausreichende Produktion von Nahrungsmitteln. Er zweifelte daran, ob die Marktkräfte allein der Landwirtschaft genügend Kapital zur Verfügung stellen würden. Viele Geldgeber investierten damals nicht in die Landwirtschaft, da Investitionen im Agrarsektor wegen der langen Amortisationszeit sehr riskant waren.

Fallende Kornpeise lösten in England eine Depression aus

Thomas Robert Malthus sprach sich für eine Förderung der Landwirtschaft aus, da Großbritannien auf keinen Fall von ausländischen Nahrungsimporten abhängig werden dürfe. Nach 1815 schlitterte England in eine katastrophale Depression. Laut Thomas Robert Malthus wurde die Krise durch die fallenden Kornpreise ausgelöst, die den guten Ernten von 1814 und 1815 folgten. Die Einkommen der Landbesitzer, Pächter und Landarbeiter verringerten sich dramatisch.

Dadurch konnten die Manufakturen und Händler auf dem Land kaum noch Waren verkaufen, wodurch auch sie von der Wirtschaftskrise erfasst wurden. Das hohe Bevölkerungswachstum hatte ebenfalls einen beträchtlichen Anteil an der Katastrophe. Für Thomas Robert Malthus war die natürliche Ungleichheit zwischen Bevölkerungswachstum und der Produktion von Lebensmitteln dafür verantwortlich, dass der Weg zu einer nahezu vollkommenen Gesellschaft unüberwindlich zu sein scheint.

Von Hans Klumbies