Lars Feld warnt vor einer Transferunion in der EU

Der Wirtschaftsweise Lars Feld ist fest davon überzeugt, dass es den Euro noch lange geben wird. Alle jetzigen Mitglieder der Eurozone werden ihn behalten, da Europa die Finanzkrise aus eigener Kraft bewältigen kann. Lars Feld glaubt nicht an einen Zusammenbruch des Euro-Systems. Allerdings ist seiner Meinung nach die Staatsverschuldung in Europa tatsächlich kritisch und muss gelöst werden. Er sagt: „Gleichzeitig darf die EU nicht zu einer Transferunion werden.“ Das Ausscheiden einzelner Länder wie Griechenland aus der Währungsunion hält er für unrealistisch. Lars Feld ist Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg und leitet das Walter Eucken Institut. Er ist der Jüngste im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. „Lars Feld warnt vor einer Transferunion in der EU“ weiterlesen

Die Stützung des Euros verletzt das Grundgesetz

Die Eurokrise hat laut Peter Koslowski eine Solidarität hervorgebracht, die vorher noch unbekannt war. Die Solidarität zwischen Nationen, die wirtschaftlichen Erfolg haben, auf der einen Seite, und überschuldeten Staaten auf der anderen Seite. Möglicherweise entwickelt sich so eine Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Doch sie einfach von Deutschland einzufordern hat für Peter Koslowski weder eine ethische noch ökonomische Grundlage. Denn es gilt immer noch das Souveränitätsprinzip der Nationen. Peter Koslowski ist Professor für Philosophie, insbesondere der Philosophie des Managements an der Freien Universität in Amsterdam. „Die Stützung des Euros verletzt das Grundgesetz“ weiterlesen

Heiner Flassbeck gibt Europa noch eine kleine Chance

Europa ist in einer Krise, die laut Heiner Flassbeck die ganze europäische Idee zu diskreditieren droht. Wenn nicht bald eine strategische Perspektive entwickelt wird, die vor allem den in Südeuropa in Not geratenen Staaten eine faire Chance gibt, sich von ihrer außenwirtschaftlichen Zwangslage zu befreien, ist ein großer Schock nicht mehr zu vermeiden. Heiner Flassbeck schreibt: „Die in Deutschland weit verbreitete Vorstellung, einige Länder könnten es alleine schaffen und dürften auch nur mit der Hilfe der anderen rechnen, wenn sie ausreichend große eigene Anstrengungen vorweisen, sich aus ihrer schwierigen Lage zu befreien, ist grundlegend falsch und politisch töricht.“ Heiner Flassbeck arbeitet seit dem Jahr 2000 bei den Vereinten Nationen in Genf und ist dort als Direktor zuständig für die Division Entwicklung und Globalisierung. „Heiner Flassbeck gibt Europa noch eine kleine Chance“ weiterlesen

Die Prizipien des Bevölkerungswachstums

Am Werk von Thomas Robert Malthus scheiden sich die Geister. Für Karl Marx war es nur ein schülerhaft oberflächliches Plagiat, während John Maynard Keynes der Auffassung war, wenn sich von Thomas Robert Malthus aus, anstelle von David Ricardo, der Hauptstamm der Ökonomie des 19. Jahrhunderts entwickelt hätte, die Welt heute weiser und reicher wäre. Thomas Robert Malthus wurde am 13. Februar 1766 geboren. Ab 1784 studierte er am Jesus College in Cambridge, wo er 1788 sein Examen mit Auszeichnung bestand. Anschließend arbeitete er zunächst als Hilfsgeistlicher in der Grafschaft Surrey, südwestlich von London. „Die Prizipien des Bevölkerungswachstums“ weiterlesen

Einer der bedeutendsten Finanzmagnaten der Welt

Ivar Kreugers Leben wurde von den Streichhölzern bestimmt, die ihm ein riesiges Vermögen bescherten. In unserer heutigen Zeit ist das zwar kaum mehr vorstellbar, doch am Anfang des 20. Jahrhunderts waren die kleinen Hölzer mit dem roten Kopf wichtig, ja sogar überlebenswichtig. 1913 übernahm Ivar Kreuger das Familienunternehmen von seinem Vater. Schon sein Großvater hatte in Schweden Zündhölzer produziert und mehrere Fabriken aufgekauft. Bei der Firmenübernahme ist Ivar Kreuger, der als Bauingenieur ausgebildet worden war, 33 Jahre alt und hatte schon mit einer eigenen Baufirma viel Geld verdient. „Einer der bedeutendsten Finanzmagnaten der Welt“ weiterlesen

Die Deutschen müssen mehr Geld ausgeben

Jürgen Kromphardt, ehemaliger Professor für Volkswirtschaftslehre an der TU Berlin, ist der Ansicht, dass die Deutschen zu wenig Geld ausgeben. Seiner Meinung nach hat in Deutschland nur der Staat über seine Verhältnisse gelebt, indem er ständig mehr Geld ausgegeben als er an Steuern eingenommen hat. Aus konjunkturpolitischen Gründen war das manchmal nicht einmal verkehrt. Auch andere Staaten haben zu hohe Schulden gemacht. Zwar ist in der Weltwirtschaftskrise die Nachfrage nach deutschen Produkten zurückgegangen, doch nach wie vor kaufen andere Länder mehr Waren in Deutschland, als sie nach Deutschland exportieren. Dadurch verschulden sie sich beim deutschen Staat. „Die Deutschen müssen mehr Geld ausgeben“ weiterlesen

Der Kapitalismus braucht Schutz vor den Kapitalisten

Raghuram Rajan hat sich eine kaum zu lösende Aufgabe vorgenommen: Er will den Kapitalismus vor den Kapitalisten retten. Und dennoch, wenn das einer schaffen könnte, dann er. Denn die Finanzkrise hat der Wirtschaftswissenschaftler so gut verstanden wie kaum ein anderer. Der Ökonom kümmert sich nicht um den Streit zwischen Keynesianismus und Neoklassik oder Monetarismus. Er hat eine eigenständige Theorie der Finanzkrise entwickelt. Zu den Faktoren, die zur weltweiten Wirtschaftskrise führten, zählt er gleichermaßen die Untaten der gierigen Manager, das Versagen der unfähigen Politiker und die Armut auf der Welt. „Der Kapitalismus braucht Schutz vor den Kapitalisten“ weiterlesen

Die Nebenwirkungen der Rettung des Euros

Der Princeton-Ökonom Jagdish Bhagwati, einer der besten Kenner der internationalen Wirtschafrt, macht sich, im Gegensatz zum Hedge-Fonds-Manager George Soros, über das Fortbestehen des Euros kaum Sorgen. Griechenland ist für ihn ein viel zu kleines Land, um die europäische Währung ernsthaft in Gefahr zu bringen. Selbst eine Pleite Griechenlands würde Europa keine großen Schmerzen verursachen. Außerdem glaubt Jagdish Bhagwati, dass die europäischen Politiker um jeden Preis alle Mitgliedsstaaten im Euro halten werden. Sie fürchten, wenn ein Land austritt, bekommt zuerst der Euro Schwierigkeiten und dann die ganze Europäische Union. „Die Nebenwirkungen der Rettung des Euros“ weiterlesen

Die Symbiose zwischen Staaten und Märkten

Lange Zeit funktionierte die Beziehung zwischen den Staaten und den Wirtschaftsmärkten hervorragend. Weil die Staaten Sozialpolitik gegen die Kälte der Märkte betreiben, sind sie auf das Geld der Finanzmärkte angewiesen. Doch die Weltwirtschaftskrise zeigt allzu deutlich, dass die heilige Allianz nicht mehr funktioniert. Da die Staaten ihren Bürgern immer mehr Wohltaten zur Verfügung stellen wollten, mussten sie für die öffentlichen Leistungen auch immer mehr Schulden aufnehmen. Das Geld für die Straßen, Schulen, Pensionen und Renten holt sich der Staat von den Finanzmärkten und privaten Anlegern, die Staatsanleihen kaufen, aber nicht von seinen Steuerzahlern. „Die Symbiose zwischen Staaten und Märkten“ weiterlesen