Globalisierung sorgt weder für Gleicheit noch Wohlstand

Für Tony Judt ist die Dynamik globalisierter Wirtschaftsmärkte die Illusion unseres Zeitalters. Vor allem stimmt es seiner Meinung nach nicht, dass die Globalisierung zu einer gerechteren Einkommensverteilung führt, wie das von ihren liberalen Verfechtern gerne behauptet wird. Tony Judt erklärt: „Zwar verringern sich die Ungleichheiten zwischen einzelnen Ländern, doch die Ungleichheiten innerhalb eines Landes verschärfen sich eher noch. Wirtschaftswachstum an sich garantiert weder Gleichheit noch Wohlstand, ist keineswegs ein zuverlässiger Motor der wirtschaftlichen Entwicklung.“ Der Amerikaner Tony Judt, der von 1948 bis 2010 lebte, studierte in Cambridge und Paris und lehrte nach Stationen in Cambridge, Oxford und Berkeley seit 1995 als Erich-Maria-Remarque-Professor für Europäische Studien in New York. „Globalisierung sorgt weder für Gleicheit noch Wohlstand“ weiterlesen

Heiner Flassbeck gibt Europa noch eine kleine Chance

Europa ist in einer Krise, die laut Heiner Flassbeck die ganze europäische Idee zu diskreditieren droht. Wenn nicht bald eine strategische Perspektive entwickelt wird, die vor allem den in Südeuropa in Not geratenen Staaten eine faire Chance gibt, sich von ihrer außenwirtschaftlichen Zwangslage zu befreien, ist ein großer Schock nicht mehr zu vermeiden. Heiner Flassbeck schreibt: „Die in Deutschland weit verbreitete Vorstellung, einige Länder könnten es alleine schaffen und dürften auch nur mit der Hilfe der anderen rechnen, wenn sie ausreichend große eigene Anstrengungen vorweisen, sich aus ihrer schwierigen Lage zu befreien, ist grundlegend falsch und politisch töricht.“ Heiner Flassbeck arbeitet seit dem Jahr 2000 bei den Vereinten Nationen in Genf und ist dort als Direktor zuständig für die Division Entwicklung und Globalisierung. „Heiner Flassbeck gibt Europa noch eine kleine Chance“ weiterlesen