Die Eurokrise hat sich gewandelt und ist noch lange nicht vorbei

In der aktuellen Eurokrise scheint sich vieles zum Guten zu wenden. Der erstarkende Euro ist nur eines von vielen Zeichen dafür, dass sich die internationale Aufregung um die europäische Währung beruhigt. Selbst sie Staaten Südeuropas können sich auf den Devisenmärkten wieder Geld zu niedrigeren Zinsen leihen. So sank zum Beispiel die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen Portugals erstmals seit Dezember 2010 unter sechs Prozent. Zudem legte Portugal seit langem wieder eigene Anleihen auf. Auch an den Aktienmärkten herrscht eine hervorragende Stimmung. So stieg beispielsweise der europäische Index Eurostoxx seit Juli 2012 um 26 Prozent. Einige Banken zahlen sogar vorzeitig Kredite zurück, die sie von der Notenbank erhalten hatten. Und vom Internationalen Währungsfond kommt die mutige Aussage, dass Griechenland nach 2014 keine neuen Geldspritzen mehr benötigen werde. „Die Eurokrise hat sich gewandelt und ist noch lange nicht vorbei“ weiterlesen

Eine Aufstockung der IWF-Kredite birgt hohe Risiken

Der Chef der Bundesbank Jens Weidmann kennt selbstverständlich die Medienberichte über den Wunsch einiger Bundesbürger, die D-Mark in Deutschland wieder einzuführen. Sie misstrauen dem Euro, obwohl er eine stabile Währung ist, auch wenn er vor kurzem wieder einmal unter die Marke von 1,30 Dollar gefallen ist. Der Chef der Notenbank erklärt allerdings: „Den Nostalgikern sei gesagt: Die Rückkehr zur D-Mark wäre absurd.“ Wie immer in Krisenzeiten steht der Bundesbankpräsident unter besonderer Beobachtung. Aktuell vor allem mit der geplanten Aufstockung der Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 200 Milliarden Euro, auf den sich die Regierungschefs der Europäischen Union verständigt haben. „Eine Aufstockung der IWF-Kredite birgt hohe Risiken“ weiterlesen

Die Märkte haben in Europas Finanzkrise versagt

Der Ökonom Paul de Grauwe, der an der Katholischen Universität Leuven lehrt, findet es ganz in Ordnung, dass Griechenland ein Teil seiner Schulden erlassen wird. Er kritisiert, dass die Politiker bisher immer gesagt haben, die Griechen müssten sparen. Er nennt den Grund: „Aber deswegen schrumpft ihre Wirtschaft, und dann werden die Schulden nur noch drückender.“ Laut Paul de Grauwe hilft es nur noch, Griechenland von rund 50 Prozent seiner Verbindlichkeiten organisiert zu entheben. Die Banken müssen dann ihre Verluste einräumen. Ein Schuldenerlass für Griechenland wirft allerdings die Frage auf, warum dann Länder wie Irland, Portugal oder Spanien ihre Schulden zu 100 Prozent zurückzahlen sollten. Paul de Grauwe sagt zwar, dass man kein Land zwingen kann, seine Schulden zu begleichen, da die Staaten souverän sind. Er schränkt allerdings ein: „Aber wenn es nicht bezahlt, wird das Leben bald unangenehm. Das Land verliert den Zugang zum Kapitalmarkt und kann auf Jahre hinaus kaum noch Kredite aufnehmen.“ „Die Märkte haben in Europas Finanzkrise versagt“ weiterlesen

Europa und die USA fürchten sich vor der Rezession

Immer mehr Ökonomen glauben, dass die Weltwirtschaftskrise nicht zurückkommt, weil sie nie weg war, sondern immer latent im Hintergrund lauerte. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer sagt: „Mir scheint, dass sich drei Elemente zu einem perfekten Sturm zusammengebraut haben: die europäische Schuldenkrise, die amerikanische Schuldenkrise und die Aussichten auf schwächeres Wachstum.“ Finanzkrisen sind nichts Neues. Die Wirtschaftswissenschaftler Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff haben ihre Gemeinsamkeiten erforscht. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Vorgänge in vergangenen Finanzkrisen, erstaunlich genau den Ereignissen entsprechen, die in den vergangenen drei Jahren in der westlichen Wirtschaftswelt Chaos und Schrecken verursachten. Ihre Lehren zeigen, dass nach einer Finanzkrise das Wirtschaftswachstum auf Jahre hinaus schwach und unsicher bleibt. „Europa und die USA fürchten sich vor der Rezession“ weiterlesen

Lars Feld warnt vor einer Transferunion in der EU

Der Wirtschaftsweise Lars Feld ist fest davon überzeugt, dass es den Euro noch lange geben wird. Alle jetzigen Mitglieder der Eurozone werden ihn behalten, da Europa die Finanzkrise aus eigener Kraft bewältigen kann. Lars Feld glaubt nicht an einen Zusammenbruch des Euro-Systems. Allerdings ist seiner Meinung nach die Staatsverschuldung in Europa tatsächlich kritisch und muss gelöst werden. Er sagt: „Gleichzeitig darf die EU nicht zu einer Transferunion werden.“ Das Ausscheiden einzelner Länder wie Griechenland aus der Währungsunion hält er für unrealistisch. Lars Feld ist Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg und leitet das Walter Eucken Institut. Er ist der Jüngste im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. „Lars Feld warnt vor einer Transferunion in der EU“ weiterlesen

Heiner Flassbeck gibt Europa noch eine kleine Chance

Europa ist in einer Krise, die laut Heiner Flassbeck die ganze europäische Idee zu diskreditieren droht. Wenn nicht bald eine strategische Perspektive entwickelt wird, die vor allem den in Südeuropa in Not geratenen Staaten eine faire Chance gibt, sich von ihrer außenwirtschaftlichen Zwangslage zu befreien, ist ein großer Schock nicht mehr zu vermeiden. Heiner Flassbeck schreibt: „Die in Deutschland weit verbreitete Vorstellung, einige Länder könnten es alleine schaffen und dürften auch nur mit der Hilfe der anderen rechnen, wenn sie ausreichend große eigene Anstrengungen vorweisen, sich aus ihrer schwierigen Lage zu befreien, ist grundlegend falsch und politisch töricht.“ Heiner Flassbeck arbeitet seit dem Jahr 2000 bei den Vereinten Nationen in Genf und ist dort als Direktor zuständig für die Division Entwicklung und Globalisierung. „Heiner Flassbeck gibt Europa noch eine kleine Chance“ weiterlesen

Die Prizipien des Bevölkerungswachstums

Am Werk von Thomas Robert Malthus scheiden sich die Geister. Für Karl Marx war es nur ein schülerhaft oberflächliches Plagiat, während John Maynard Keynes der Auffassung war, wenn sich von Thomas Robert Malthus aus, anstelle von David Ricardo, der Hauptstamm der Ökonomie des 19. Jahrhunderts entwickelt hätte, die Welt heute weiser und reicher wäre. Thomas Robert Malthus wurde am 13. Februar 1766 geboren. Ab 1784 studierte er am Jesus College in Cambridge, wo er 1788 sein Examen mit Auszeichnung bestand. Anschließend arbeitete er zunächst als Hilfsgeistlicher in der Grafschaft Surrey, südwestlich von London. „Die Prizipien des Bevölkerungswachstums“ weiterlesen

Der Staat muss die Banken verstaatlichen

Wirtschaftsforscher und Politiker sind sich einig, dass die Finanzkrise noch nicht bewältigt ist. Um die drohende Kreditklemme abzuwenden, müsse der deutsche Staat Banken verstaatlichen, forderte der Chef des Ifo-Instituts auf dem „Führungstreffen Wirtschaft“ der Süddeutschen Zeitung. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist sich dem Ernst der aktuellen Lage voll bewusst: „Die Krise wird die Welt so stark verändern, wie der Fall der Mauer.“ Am Wochenende hatte führende Ökonomen die Bundesregierung aufgefordert, das Finanzsystem in Deutschland weit reichend umzubauen und verlangten Zwangshilfen für Not leidende Kreditinstitute. Hans-Werner Sinn warnte, dass andernfalls Engpässe bei Krediten den Aufschwung abwürgen und für viele Jahre des Stillstands sorgen könnten. „Der Staat muss die Banken verstaatlichen“ weiterlesen