Die Macht wandert von den Finanzzentren in die Politik

Der amerikanische Wissenschaftler und Publizist Ian Bremmer hat herausgefunden, dass der Einfluss staatlich gelenkter Konzerne weltweit wächst. Seiner Meinung nach provoziert der neue Staatskapitalismus politische Krisen und könnte sich sogar zu einem globalen Wachstumsrisiko entwickeln. Vor allem im Verlauf der vergangen zehn Jahre hat eine neue Art von Unternehmen die internationale Bühne betreten. Sie gehören entweder der heimischen Regierung oder sind zumindest eng mit ihr verflochten. Ian Bremmer nennt als Beispiele den mexikanischen Zementhersteller Cemex und die brasilianischen Minengesellschaft Vale. Die beiden Konzerne pflegen enge Kontakte zu ihren Regierungen, wodurch sie ihre marktbeherrschende Stellung durch die feindliche Übernahme kleinerer inländischer Konkurrenten festigen können. Ian Bremmer schreibt, dass beide Unternehmen im Grunde genommen nationale Champions in Privatbesitz sind. „Die Macht wandert von den Finanzzentren in die Politik“ weiterlesen

Thomas Mayer will einen Europäischen Währungsfonds

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank Thomas Mayer nennt die Gründe für die aktuellen Turbulenzen an den Finanzmärkten der Welt. Die Zahlen für das zweite Quartal in den USA sind seiner Meinung nach besorgniserregend schlecht ausgefallen. Im Euroraum zeichnet sich ebenfalls eine deutliche Abschwächung der Konjunktur im dritten Quartal ab. Zudem gehen in den meisten Schwellenländern die Wachstumsraten zurück. Er sagt: „Diese globale Konjunkturabschwächung, gewürzt mit der amerikanischen und europäischen Schuldenkrise, das fliegt uns in den Finanzmärkten um die Ohren.“ Ein kleiner Hoffnungsschimmer sind für ihn allerdings die neuen, überraschend guten Arbeitsmarktzahlen. Als Chefvolkswirt der Deutschen Bank leitet Thomas Mayer seit Januar 2010 den Think Tank der Bank DB Research. „Thomas Mayer will einen Europäischen Währungsfonds“ weiterlesen

Der Kapitalismus braucht Schutz vor den Kapitalisten

Raghuram Rajan hat sich eine kaum zu lösende Aufgabe vorgenommen: Er will den Kapitalismus vor den Kapitalisten retten. Und dennoch, wenn das einer schaffen könnte, dann er. Denn die Finanzkrise hat der Wirtschaftswissenschaftler so gut verstanden wie kaum ein anderer. Der Ökonom kümmert sich nicht um den Streit zwischen Keynesianismus und Neoklassik oder Monetarismus. Er hat eine eigenständige Theorie der Finanzkrise entwickelt. Zu den Faktoren, die zur weltweiten Wirtschaftskrise führten, zählt er gleichermaßen die Untaten der gierigen Manager, das Versagen der unfähigen Politiker und die Armut auf der Welt. „Der Kapitalismus braucht Schutz vor den Kapitalisten“ weiterlesen

Joseph Schumpeter: „Jeder Krise folgt ein Aufschwung“

Der weltberühmte Ökonom Joseph Schumpeter hielt einen langen, dauerhaften Niedergang der Wirtschaft nicht für möglich. Den Zusammenbruch von Unternehmen in einer Wirtschaftskrise nannte er eine schöpferische Zerstörung, die Unternehmer selbst bezeichnete er als dynamisch. Seiner Meinung nach schaffen die Krisen des Kapitalismus nichts anderes als die Basis für einen neuen Aufschwung. Die Wirtschaftskrisen würden überwunden, weil innovative Unternehmer die Wirtschaft voranbringen. Der Ökonom vertrat die Meinung, dass sich vieles im Konjunkturverlauf selbst regeln würde – ohne Eingriffe des Staates, der Milliarden in Ausgabeprogramme investiert. Die Unternehmer würde eine Krise selbst in den Griff bekommen. Ihm gelingt es laut Joseph Schumpeter, neue Dinge zu produzieren oder bekannte Dinge neu zu entwickeln. „Joseph Schumpeter: „Jeder Krise folgt ein Aufschwung““ weiterlesen

Der Staat darf Opel nicht retten

Viele Bürger wollen, dass der Staat nicht nur Banken, sondern gezielt einzelne Unternehmen rettet, die durch die Weltwirtschaftskrise in existentielle Not geraten sind. Solche Rettungsaktionen für einzelne Firmen wie Opel sind aus volkswirtschaftlicher Betrachtungsweise strikt abzulehnen, weil der Staat die Wirtschaft nicht lenken kann. Wenn die deutsche Bundesregierung bestimmte Unternehmen mit Milliardenzuschüssen rettet, manipuliert sie den Markt und verringert den Wohlstand der Deutschen. „Der Staat darf Opel nicht retten“ weiterlesen