Die Macht wandert von den Finanzzentren in die Politik

Der amerikanische Wissenschaftler und Publizist Ian Bremmer hat herausgefunden, dass der Einfluss staatlich gelenkter Konzerne weltweit wächst. Seiner Meinung nach provoziert der neue Staatskapitalismus politische Krisen und könnte sich sogar zu einem globalen Wachstumsrisiko entwickeln. Vor allem im Verlauf der vergangen zehn Jahre hat eine neue Art von Unternehmen die internationale Bühne betreten. Sie gehören entweder der heimischen Regierung oder sind zumindest eng mit ihr verflochten. Ian Bremmer nennt als Beispiele den mexikanischen Zementhersteller Cemex und die brasilianischen Minengesellschaft Vale. Die beiden Konzerne pflegen enge Kontakte zu ihren Regierungen, wodurch sie ihre marktbeherrschende Stellung durch die feindliche Übernahme kleinerer inländischer Konkurrenten festigen können. Ian Bremmer schreibt, dass beide Unternehmen im Grunde genommen nationale Champions in Privatbesitz sind. „Die Macht wandert von den Finanzzentren in die Politik“ weiterlesen

Der Euro wird die aktuelle Finanzkrise nicht überleben

Der Finanzwissenschaftler Stefan Homburg, der zu den bedeutendsten Ökonomen in Deutschland zählt, warnt davor, dass sich eine Schuldenkrise nicht mit noch mehr Schulden lösen lässt. Zudem sieht er, aufgrund historischer Parallelen ein böses Ende für den Euro voraus. Er sagt: „Ein Kollaps der Währungsunion erscheint kaum noch abwendbar.“ Gar nichts hält der Ökonom von dem Ausspruch der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die gesagt hat, dass die Situation ernst sei, aber eine gemeinsame Währung lohne jede Anstrengung. Er glaubt, dass die Kanzlerin mit einer solchen Aussage lediglich Illusionen schürt. Stefan Homburg zitiert den Finanzpsychologen Günter Schmölders, der einmal geschrieben hat, dass es erstaunlich sei, wie lange Regierungen die Bevölkerung im Glauben wiegen könne, es werde alles gut. Noch im März 1948 glaubten die meisten Menschen in Deutschland, dass ihre Sparguthaben sicher seien. In Wirklichkeit war die neue D-Mark schon längst gedruckt. „Der Euro wird die aktuelle Finanzkrise nicht überleben“ weiterlesen

Europa und die USA fürchten sich vor der Rezession

Immer mehr Ökonomen glauben, dass die Weltwirtschaftskrise nicht zurückkommt, weil sie nie weg war, sondern immer latent im Hintergrund lauerte. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer sagt: „Mir scheint, dass sich drei Elemente zu einem perfekten Sturm zusammengebraut haben: die europäische Schuldenkrise, die amerikanische Schuldenkrise und die Aussichten auf schwächeres Wachstum.“ Finanzkrisen sind nichts Neues. Die Wirtschaftswissenschaftler Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff haben ihre Gemeinsamkeiten erforscht. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Vorgänge in vergangenen Finanzkrisen, erstaunlich genau den Ereignissen entsprechen, die in den vergangenen drei Jahren in der westlichen Wirtschaftswelt Chaos und Schrecken verursachten. Ihre Lehren zeigen, dass nach einer Finanzkrise das Wirtschaftswachstum auf Jahre hinaus schwach und unsicher bleibt. „Europa und die USA fürchten sich vor der Rezession“ weiterlesen

Griechenland, Irland und Portugal sind praktisch pleite

Die europäische Währungsunion am Leben zu erhalten wird sehr teuer werden, denn Griechenland, Irland und wahrscheinlich auch sehr bald Portugal brauchen nicht nur einen Überbrückungskredit – sie sind in Wirklichkeit pleite. Einer wird die Schulden der Griechen, Irländer und Portugiesen bezahlen müssen: die Gläubiger oder die Bürger. Viele Anleger sind davon überzeugt, dass Griechenland und Irland in naher Zukunft ihre Schulden nicht mehr bezahlen werden können. Und sie hegen große Zweifel an der Fähigkeit Portugals, sich aus eigener Kraft aus seinem Schuldensumpf zu befreien. Viele Gläubiger haben inzwischen Angst um ihr Geld und verweigern deshalb Griechenland, Irland und Portugal neue Kredite. „Griechenland, Irland und Portugal sind praktisch pleite“ weiterlesen

Einer der bedeutendsten Finanzmagnaten der Welt

Ivar Kreugers Leben wurde von den Streichhölzern bestimmt, die ihm ein riesiges Vermögen bescherten. In unserer heutigen Zeit ist das zwar kaum mehr vorstellbar, doch am Anfang des 20. Jahrhunderts waren die kleinen Hölzer mit dem roten Kopf wichtig, ja sogar überlebenswichtig. 1913 übernahm Ivar Kreuger das Familienunternehmen von seinem Vater. Schon sein Großvater hatte in Schweden Zündhölzer produziert und mehrere Fabriken aufgekauft. Bei der Firmenübernahme ist Ivar Kreuger, der als Bauingenieur ausgebildet worden war, 33 Jahre alt und hatte schon mit einer eigenen Baufirma viel Geld verdient. „Einer der bedeutendsten Finanzmagnaten der Welt“ weiterlesen

Deutschlands mächtigster Banker Josef Ackermann

In den Ohren von Josef Ackermann klingt es bedrohlich, wenn die Regierung an ihn herantritt und ihm zu helfen verspricht. Auf einer Veranstaltung, zu der das Center on Capitalism and Society der Columbia Universität in New York eingeladen hatte, sagte Josef Ackermann in Berlin: „Die Regulierung nimmt zu, der Staat spielt eine sehr aktive Rolle in der Wirtschaft. Regierungen entscheiden darüber, welche Firma überlebt und welche fällt. Dabei ist überhaupt nicht klar, dass die Politik den Unternehmen überlegen ist.“ Josef Ackermann gilt immer noch vielen Deutschen als der böse Bankier des Turbokapitalismus. Es wird wohl immer an ihm hängen bleiben, dass er im Mannesmann-Prozess die Hand zum Victory-Zeichen hob. „Deutschlands mächtigster Banker Josef Ackermann“ weiterlesen