Der Euro wird die aktuelle Finanzkrise nicht überleben

Der Finanzwissenschaftler Stefan Homburg, der zu den bedeutendsten Ökonomen in Deutschland zählt, warnt davor, dass sich eine Schuldenkrise nicht mit noch mehr Schulden lösen lässt. Zudem sieht er, aufgrund historischer Parallelen ein böses Ende für den Euro voraus. Er sagt: „Ein Kollaps der Währungsunion erscheint kaum noch abwendbar.“ Gar nichts hält der Ökonom von dem Ausspruch der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die gesagt hat, dass die Situation ernst sei, aber eine gemeinsame Währung lohne jede Anstrengung. Er glaubt, dass die Kanzlerin mit einer solchen Aussage lediglich Illusionen schürt. Stefan Homburg zitiert den Finanzpsychologen Günter Schmölders, der einmal geschrieben hat, dass es erstaunlich sei, wie lange Regierungen die Bevölkerung im Glauben wiegen könne, es werde alles gut. Noch im März 1948 glaubten die meisten Menschen in Deutschland, dass ihre Sparguthaben sicher seien. In Wirklichkeit war die neue D-Mark schon längst gedruckt. „Der Euro wird die aktuelle Finanzkrise nicht überleben“ weiterlesen

Griechenland, Irland und Portugal sind praktisch pleite

Die europäische Währungsunion am Leben zu erhalten wird sehr teuer werden, denn Griechenland, Irland und wahrscheinlich auch sehr bald Portugal brauchen nicht nur einen Überbrückungskredit – sie sind in Wirklichkeit pleite. Einer wird die Schulden der Griechen, Irländer und Portugiesen bezahlen müssen: die Gläubiger oder die Bürger. Viele Anleger sind davon überzeugt, dass Griechenland und Irland in naher Zukunft ihre Schulden nicht mehr bezahlen werden können. Und sie hegen große Zweifel an der Fähigkeit Portugals, sich aus eigener Kraft aus seinem Schuldensumpf zu befreien. Viele Gläubiger haben inzwischen Angst um ihr Geld und verweigern deshalb Griechenland, Irland und Portugal neue Kredite. „Griechenland, Irland und Portugal sind praktisch pleite“ weiterlesen

Die Stützung des Euros verletzt das Grundgesetz

Die Eurokrise hat laut Peter Koslowski eine Solidarität hervorgebracht, die vorher noch unbekannt war. Die Solidarität zwischen Nationen, die wirtschaftlichen Erfolg haben, auf der einen Seite, und überschuldeten Staaten auf der anderen Seite. Möglicherweise entwickelt sich so eine Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Doch sie einfach von Deutschland einzufordern hat für Peter Koslowski weder eine ethische noch ökonomische Grundlage. Denn es gilt immer noch das Souveränitätsprinzip der Nationen. Peter Koslowski ist Professor für Philosophie, insbesondere der Philosophie des Managements an der Freien Universität in Amsterdam. „Die Stützung des Euros verletzt das Grundgesetz“ weiterlesen

Die Symbiose zwischen Staaten und Märkten

Lange Zeit funktionierte die Beziehung zwischen den Staaten und den Wirtschaftsmärkten hervorragend. Weil die Staaten Sozialpolitik gegen die Kälte der Märkte betreiben, sind sie auf das Geld der Finanzmärkte angewiesen. Doch die Weltwirtschaftskrise zeigt allzu deutlich, dass die heilige Allianz nicht mehr funktioniert. Da die Staaten ihren Bürgern immer mehr Wohltaten zur Verfügung stellen wollten, mussten sie für die öffentlichen Leistungen auch immer mehr Schulden aufnehmen. Das Geld für die Straßen, Schulen, Pensionen und Renten holt sich der Staat von den Finanzmärkten und privaten Anlegern, die Staatsanleihen kaufen, aber nicht von seinen Steuerzahlern. „Die Symbiose zwischen Staaten und Märkten“ weiterlesen

Der Staat muss die Banken verstaatlichen

Wirtschaftsforscher und Politiker sind sich einig, dass die Finanzkrise noch nicht bewältigt ist. Um die drohende Kreditklemme abzuwenden, müsse der deutsche Staat Banken verstaatlichen, forderte der Chef des Ifo-Instituts auf dem „Führungstreffen Wirtschaft“ der Süddeutschen Zeitung. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist sich dem Ernst der aktuellen Lage voll bewusst: „Die Krise wird die Welt so stark verändern, wie der Fall der Mauer.“ Am Wochenende hatte führende Ökonomen die Bundesregierung aufgefordert, das Finanzsystem in Deutschland weit reichend umzubauen und verlangten Zwangshilfen für Not leidende Kreditinstitute. Hans-Werner Sinn warnte, dass andernfalls Engpässe bei Krediten den Aufschwung abwürgen und für viele Jahre des Stillstands sorgen könnten. „Der Staat muss die Banken verstaatlichen“ weiterlesen